Beschreibung: Agaricales Blätterpilze Hellsporer

Echinoderma hystrix Kegelschuppiger Stachelschirmling
Echinoderma hystrix Kegelschuppiger Stachelschirmling
Echinoderma asperum Spitzschuppiger Stachelschirmling
Echinoderma asperum Spitzschuppiger Stachelschirmling

Echinoderma calcicola  Kakaobrauner Stachelschirmling
Echinoderma calcicola Kakaobrauner Stachelschirmling

Steckbrief zu:

Echinoderma calcicola (Knudsen) Bon, (1991) Kakaobrauner Stachelschirmling

 

Synonyme aus Species Fungorum:

Cystolepiota calcicola (Knudsen) Bon & Courtec., (1987);
Lepiota calcicola Knudsen, (1980);

Kurzbeschreibung:

Habitus: Jung eingerollt igelförmig aussehender, kakaobrauner Pilz, der dicht mit eingewachsenen derben Stacheln besetzt ist, und weiße engstehende Lamellen besitzt.

Hut: 3-8 cm Ø, jung kugelig, dann halbkugelig, schließlich konvex bis flach aufgeschirmt, meistens mit flachem Buckel, jung wie alt einheitlich kakaobraun, Hutoberfläche zunächst dicht eingewachsen faserfilzig belegt, aus diesem feinem Tomentum (verflochtener Haarfilz) bildet der Pilz dann 1-3 mm lange spitzkegelige, wie gezwirbelt aussehende Stacheln die den gesamten Hut bekleiden, sich zur Hutmitte stark verdichten, und konzentrisch angeordnet wachsen. Zum Hutrand nur spärlich, mehr breitschuppig bekleidet. Bei älteren Fruchtkörpern knicken viele Stachelspitzen pfriemförmig um, oder schwinden ganz. Huthaut besonders dick und bis 1 cm über den Hutrand stehend, eingeschlagen. Sie lässt sich gut, jedoch nur streifenförmig in einem Zug bis zum Scheitel abziehen, ähnlich vielen Egerlingsarten.

Lamellen: sehr dünn und engstehend, weißlich mit cremefarbenem Schein, frei stehend, (den Stiel nicht erreichend) hin und wieder gegabelt und mit wenigen kurzen Lamelletten untermischt, an verletzten Stellen färben sich die Lamellen schwarz. Schneiden fein gekerbt.

Stiel: 3-8 x 0,8-1,5 cm, zylindrisch, hutfarben, mit dickem wolligem Filz bekleidet der sich rudimentär stachelig oder faserig-spleißig entwickelt, und sich mit zunehmendem Alter verflüchtigt. Cortina (Schleier, Teilhülle, Hutrand u. Stiel verbindendes Haargespinst) lange mit dem Hutrand verbunden. Stielspitze weiß, fein gerieft, Stielbasis nur schwach angeschwollen, Mit derben Rhizoiden (fädige Scheinwurzeln) fest und tief im Substrat verwachsen.Fleisch: weiß, in der Hutmitte ca. 1 cm dick, zum Rand ausdünnend, in der Stielbasis bräunend, Geruch angenehm pilzig, unter der Huthaut widerlich-säuerlich, an den Stinkschirmling Lepiota cristata erinnernd. Geschmack mild, pilzig, nach längerem Kauen etwas unangenehm.

Sporenpulver: weiß

 

Ökologie, Lebensweise:

In Garten- und Parkanlagen, Laubwäldern und an Waldrändern, bevorzugt auf kalkhaltigen, humosen Böden zwischen Brennnesseln, frischen Kräutern und Farnen.

Anmerkung: Die hier vorgestellte Kollektion umwuchs einen stark morschen, liegenden Roßkastanienstamm, der auf kalkfreiem Boden lagerte und von Brennnesseln und frischen Kräutern umwachsen war. Die Fruchtkörper wuchsen einzeln, gesellig bis büschelig. Weitere Begleitbäume: Roß- und Edelkastanien, Eichen, Eschen. Der Kakaobraune Stachelschirmling ist ein Saprobiont (Todholz- und Humuszersetzer)

 

Verwechslungsgefahr:

Der häufigste, größte und bekannteste Stachelschirmling ist zweifellos der Spitzschuppige Stachelschirmling (Echinoderma asperum). Er kann bis 20 cm groß werden, erscheint in beigebräunlichen Farben und sein fast nackter weißlicher Stiel ist mit einem großen häutigen Ring bekleidet.

Der in der Regel kleinere Langes Stachelschirmling (Echinoderma eriophorum) könnte zu einer Verwechslung Anlass geben. Er zeigt sich in hellbraunen Hutfarben, besitzt kleinere Stachelschuppen, und sein Stiel besitzt kaum einen ausgebildeten Ring oder Ringzone.

Eher ist eine Verwechslung mit dem Kegelschuppigen Stachelschirmling (Echinoderma hystrix) möglich. Seine abweichenden Merkmale zum Kakaobraunen Stachelschirmling sind hellbraune Hutfarben, mehreckige, dunkel- bis schwarzbraune Stacheln die konzentrisch angeordnet sind und den Hut wie eine Kartoffelreibe aussehen lässt, Lamellenschneiden verfärben sich nach einigen Stunden schwarz, (nur mit der Lupe zu erkennen!). Mikroskopisch gibt es weitere Unterscheidungsmerkmale zum Kakaobraunen Stachelschirmling.

 

Giftigkeit bzw. Speisewert:

Die hier vorgestellten Stachelschirmlinge sind ungenießbar oder giftig.

 

Erscheinungszeitraum:

Spätsommer-Herbst. Kaum vor August und selten nach Oktober.

 

Verbreitung in Deutschland:

Der Kakaobraune Stachelschirmling Echinoderma calcicola ist in ganz Deutschland zerstreut verbreitet.  Er wurde bisher nur selten in NRW nachgewiesen und wird in der RL-NRW (2011) mit 3 = gefährdet aufgeführt.

Der Kegelschuppige Stachelschirmling Echinoderma hystrix d in der RL-NRW (1999) mit 2 = stark gefährdet gelistet.

 

Agaricales Blätterpilze Hellsporer

 

Zu den Beschreibungen

Kleines Nachtpfauenauge männl.
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Hufeisenkleegelbling Colias australis
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Flechte-Peltigera didactyla in Symbiose mit Arrhenia rickenii
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