Beschreibung: Aphyllophorales Nichtblätterpilze

Lentinellus cochleatus var. inolens Anis-Zähling geruchlos
Lentinellus cochleatus var. inolens Anis-Zähling geruchlos
Lentinus suavissimus Anis-Sägeblättling
Lentinus suavissimus Anis-Sägeblättling

Lentinellus cochleatus 1 Anis-Zähling
Lentinellus cochleatus 1 Anis-Zähling

Steckbrief zu:

Lentinellus cochleatus (Pers.) P. Karst., (1879) Anis-Zähling

 

Einige Synonyme aus Species Fungorum:

Agaricus cochleatus Pers., (1793); Agaricus cochleatus Secr., (1833);
Agaricus cochleatus Pers., (1793) var. cochleatus; Agaricus cochleatus var. cornucopioides (Bolton) Pers., (1801); Agaricus confluens Sowerby, (1798);
Agaricus cornucopioides Bolton, (1788); Clavicorona dryophila Maas Geest., (1975); Clitocybe cochleata (Pers. ex Hoffm.) P. Kumm., (1871);
Lentinellus cochleatus var. inolens (Konrad & Maubl.) M. Holden, (1968);
Lentinellus cochleatus var. inolens Konrad & Maubl., (1926); Lentinellus cornucopioides (Bolton) Murrill, (1915); Lentinellus marcelianus P.-A. Moreau & P. Roux, (1999); Lentinus cochleatus (Pers.) Fr., (1825);
Lentinus cornucopioides (Bolton) J. Schröt., (1889); Lentinus friabilis Fr., (1836);

 

Kurzbeschreibung:

Hut: schon jung tief genabelt mit eingerolltem Rand, dann tüten-, trichter-, muschel- oder spatelförmig, meistens ± tief eingeschlitzt, auch strunkartig sich ausbreitend, Rand bis zum Schluss trompetenförmig gebogen, dünn und flatterig, glatt, matt glänzend, rötlichbraun, alt und trocken cremeocker, ledergelb. Lamellen: weißlich, später rosagelb, zur Stielbasis hutfarbig auslaufend, bauchig, mit vielen kurzen Lamelletten untermischt, weit am Stiel herablaufend, Schneiden grob schartig-gekerbt.

Stiel: 1-7 cm, nach oben vasenförmig erweitert, Stiele meistens zu mehreren verwachsen, unterer Teil rippig- furchig auslaufend, tief in morschen Stämmen wurzelnd.

Fleisch: weißlichgrau bis rötlichbraun, im unteren Fruchtkörperteil knorpelig-zäh, im oberen Hutteil elastisch, weich und brüchig Geruch angenehm nach Anis, Geschmack mild, nach Verzögerung leicht scharf.

Sporenpulver: weißlich-cremefarbig.

 

Ökologie, Lebensweise:

Der Anis-Zähling ist ein Saprobiont. (Totholzzersetzer) Er lebt an stark vermorschten Stümpfen, Stämmen und Wurzeln von Laub- und Nadelbäumen. Oft wurzelt er tief im Substrat. Seine häufigsten Wirte sind Buche, mit Abstand folgt die Eiche, und bei Nadelbäumen ist es die Fichte. Wenn diese Substrate fehlen, begnügt er sich offensichtlich „nur widerwillig“ mit anderen Baumarten.

 

Verwechslungsgefahr:

Wegen seiner besonders auffälligen, meist büscheligen Wuchsform in Verbindung mit dem charakteristischen Anisgeruch kann der Asis-Zähling kaum mit anderen Arten seiner Gattung verwechselt werden. Nur Unkenntnis ähnlicher Arten aus Fremdgattungen können schon mal zu Verwechslungen führen. Sägeblättlinge Lentinus, oder Seitlinge Pleurotus wären hier zu nennen.

Gelegentlich werden absolut geruchlose Aufsammlungen gefunden, die aber kaum weitere unterschiedliche Merkmale zum Aniszähling besitzen. Ungeübte Pilzkenner zweifeln dann womöglich an ihren Geruchssinn, oder vermuten eine andere Art entdeckt zu haben. Es handelt sich bei dieser geruchlosen Spezies um eine Varietät des Anis-Zählings Lentinellus cochleatus var. inolens. Der Veränderliche Knäueling Panus conchatus zeigt vor allem im Alter gewisse Ähnlichkeiten mit dem Anis-Zähling, nämlich dann, wenn seine violettliche Jugendfarbe in ein rötliches Braun umschlägt. Er wächst meist auch büschelig, aber nur auf Laubholzstümpfen. Sein Habitus ist bedeutend kräftiger, und sein Fleisch riecht eher unangenehm, aufdringlich süßlich, nie aber aromatisch nach Anis.

Ein bedeutend kleinerer bis 4 cm groß werdender cremeweißlicher Sägeblättling der auch stark nach Anis duftet ist der Anissägeblättling, Lentinus suavissimus. Sein Lebensraum sind hauptsächlich Auen- und Schluchtwälderwälder bei Weidengebüschen. Dort besiedelt er morsche Äste, Strünke, und Stämme diverser Weidenarten.

 

Giftigkeit Speiswert:

Alle Zählinge und Sägeblättlinge sind wegen ihres zähen Fleisches ungenießbar.

 

Erscheinungszeitraum:

Der Anis-Zähling ist ein typischer Sommer-Herbstpilz.

 

Verbreitung in Deutschland:

Der Aniszähling ist in ganz Deutschland verbreitet, aber nicht in allen Bundesländern gleich stark. In Norddeutschland werden die dokumentierten Fundstellen des Anis-Zählings bedeutend lückenhafter. Er ist trotzdem die häufigste Art seiner Gattung.

 

Aphyllophorales Nichtblätterpilze   

 

Zu den Beschreibungen

 

Kleines Nachtpfauenauge männl.
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Mandarinente männl.
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Iltismutter mit zwei Jungen
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Dompfaff
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Kreuzotter
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Hufeisenkleegelbling Colias australis
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Judasbaumblüte
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Flechte-Peltigera didactyla in Symbiose mit Arrhenia rickenii
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